I'm back.

Hallo liebe Angelfreunde, ich bin wieder zurück. Leider. Ach ja, 14 Tage sind sooooooo schnell vorbei.

Dieses Mal verschlug es meine Frau Rosemarie und mich in die traumhafte Inselwelt der Seychellen. Wir haben viele kleine versteckte Buchten mit wirklich super Traumstränden besucht.

Die Seychellen liegen in Mitten des Indischen Ozeans, kurz vor Madagaskar. Die drei Hauptinseln heißen Mahe (ca 30 km lang), Parslin (ca. 12 km lang) und La Digue (ca. 5 km lang). Sie werden umsäumt von einigen kleineren, teils bewohnten Inseln, aber auch einigen sehr kleinen Inselchen (Innere Island) und einigen kleineren Inseln oder Atollen weit draußen im indischen Ozean (Outer Island). Mit englisch oder französisch kann man sich optimal verständigen. Zahlungsmittel sind Euros oder Visakarte.

Nach einer 10 stündigen Flugreise landeten wir auf der Hauptinsel Mahe. Von dort aus ging es dann weiter ca. 1 Std. mit der Fähre nach Praslin. Und von dort mit dem Bus ca. 15 Min. in unser Reisedomizil auf der Ostseite von Praslin. Eine drei Sterne Ferienanlage mit dem Namen „ Berjaja.“
Die Anlage machte einen sehr guten Eindruck, was sich auch des Späteren so bestätigte. Gut gepflegte Gartenanlage, sehr nettes freundliches Personal, dem nichts, aber auch gar nichts zu viel war, ein sehr geräumiges Standardquartier mit einem großen klimatisierten Wohnraum, einem ebenfalls klimatisierten Schlafzimmer und zwei Duschen mit Toiletten.
Die Anlage verfügte über einen kleinen Pool mit Poolbar, einen großen, offenen Frühstücksraum, eine Rezeption und eine Cocktailbar. An der Rezeption konnte man seine Wertsachen in einem Tresor deponieren, gegebenenfalls einen Mietwagen reservieren oder aber auch Ausfahrten auf die benachbarten Inseln buchen. Im Prinzip bot die Ferienanlage alles, was man brauchte.

Nach dem ersten Tag unserer Ankunft erkundeten wir unseren Strand. Einige kleinere Boote (Wassertaxis), die von den sehr relaxten Inselbewohnern angeboten wurden und einige Boote der beiden Tauchclubs lagen am Strand vor Anker. Der Strand lud zu kilometerweiten Spaziergängen ein. Strahlend weiß und puderzuckerähnlich war die Struktur des Sandes. Das Meer war flach - jedenfalls an diesem Strand - und man konnte ohne Gefahr weit hinein waten. Der Boden bestand überwiegend aus feinstem Sand, gelegentlich von einigen Unterwasserwiesen durchzogen. Genau gegenüber unserer Liegestühle war eine dieser kleinen traumhaften Inseln, die man bei Ebbe auch zu Fuß erreichen konnte. Sie erinnerte eher an ein handfestes Piratennest und man erwartete, dass jeden Moment die „Black Perl“ mit Captain Jack Sparrow auftaucht. Übrigens gibt es auf Praslin wirklich eine Perlenzucht von schwarzen Perlen (black perls). Wie passend!

Doch kommen wir nun zu dem, was uns Fliegenfischer eigentlich interessiert. Ja, man kann auf den Seychellen auch an den inneren Inseln eine sehr gute Fischerei mit der Fliegenrute erleben. Zwar steckt hier das Fliegenfischen noch in den Kinderstiefeln, doch die Möglichkeiten bestehen durchaus. Sowohl vom driftenden Boot aus, an den vorgelagerten Riffen, oder aber zu Fuß beim Watfischen an den kleineren Korallenriffen. Dazu gleich eine Anmerkung: „Lieber Fliegenfischer, du solltest, wenn du vom Ufer aus fischst bedenken, dass vor dir Korallenbänke liegen, die Jahre brauchten, um so zu wachsen. Bei Ebbe liegen diese meisten frei. Um aber an die wirklich guten Stellen zu gelangen, nämlich an das tiefere Wasser, müsste man notgedrungen über diese laufen. Hier stellt sich nun die Frage, ob dies unbedingt notwendig sein muss. Nein!!!!
Lieber Fliegenfischer oder aber auch Spinnfischer, such dir doch bitte einen Angelplatz, bei dem du über Sandboden läufst oder versuche es bei den Felsen. Ansonsten hast du jederzeit die Möglichkeit, dein Glück vom driftenden Boot aus zu probieren. Die Natur wird es dir danken.“

Bei Flut sind gerade diese kleinen Korallenriffe vom Ufer aus sehr gut zu befischen. Nun kommen auch größere Fische in den Bereich, um sie mit der Fliegenrute anzuwerfen. Auch kommen sehr stattliche Bonefische an diese Riffe, um an den Unterwasserwiesen nach Nahrung zu suchen. Es ist aber jedoch eine sehr heikle Fischerei, da diese Fische extrem scheu sind. Es reicht, wenn man sie mit der Fliegenschnur überwirft. Und Tschüß, auf nimmer Wiedersehn, Arrivederci und Ciao. Man hat hier nur einen Versuch auf diese wahren Geisterfische. Dennoch lohnt es sich, nach diesen vorsichtigen Gesellen Ausschau zu halten. Meist macht man sie ausfindig, wenn sie ihre Nahrung vom Boden aufnehmen und dabei ihre Schwänze die Wasseroberfläche durchbrechen. In der Sonne reflektieren diese dann wie kleine Spiegel. Die Bonefische auf den Seychellen erreichen beachtliche Größen. Die, die ich ausmachen konnte, schätzte ich auf ein Durchschnittsgewicht von ca. 3-4 kg bei einer Länge von 60 cm plus. Nicht schlecht. Doch leider war es auch mir nicht vergönnt, einen Bonefisch zu erbeuten. Ich hatte sie nur einmal in einer kleinen Bucht entdeckt und auch mir blieb nur ein Versuch. Leider nicht der Perfekte. Adios. Dennoch war es toll, die Geister der Flats zu beobachten.

Man kann natürlich viele andere Fischarten an den kleinen Korallenriffen oder bei den Felsen befischen. Da wären die verschiedenen Arten von Trevallys, kleine bunte Riffbarsche, kleine Jacks oder aber die spektakulären Gofische. Eine Art Hornhecht, der nach dem Biss häufiger in der Luft ist als im Wasser. Mir gelang es, einen dieser Hornhechte an die 8ter Fliegenrute zu bekommen. Einfach ein toller Drill. Fast wie bei einem Tarpon. Apropos. Es gibt auf den Seychellen auch eine kleine Art von Tarpons, die jedoch recht schwierig zu finden sind und nicht all zu groß werden. Aber an kleinen Fluss- oder Bacheinläufen besteht die Möglichkeit, einen Tarpon dieser speziellen Art zu überlisten.

Aber auch auf den Seychellen springen einem die Fische nicht direkt an den Haken. Auch hier ist Ausdauer nötig, um einen schönen Fisch zu erbeuten. Hier nochmals ein Tipp: Kleine fingerlange Fliegen (Minocloser oder Baitfischimitationen) reichen völlig aus. Sehr gut funktionierten auch kleinere Popper. Die besten Farben waren einfach weiß mit etwas Glitzer oder weißgelb, weißrot, blausilber oder blauweiß, grüngelb und rotgelb. Auch die größten Fische nehmen diese kleineren Fliegen. Vor allem aber sind diese einfacher gegen den Wind zu werfen.
Vom Boot aus ist das Fliegenfischen effektiver, weil man eine weitaus größere Strecke abfischt. Man kommt auch ohne Probleme über tieferes Wasser und somit an die größeren Fische heran. Jedoch wird durch ständigen Windwechsel und unterschiedlich starke Wellen (erschweren die Standfestigkeit auf dem Boot), dass Werfen nicht einfacher. Auch wird durch das sehr schnelle Einholen der Fliegenschnur mit langen kräftigen Zügen, diese weit hinter einem im Boot abgelegt. Ein Schnurkorb ist da eher unbrauchbar. Besser vorher alle hinderlichen Gegenstände beiseite räumen, so dass die Schnur sich beim Schiessenlassen nicht verhaken kann. Man braucht auch keine übermäßigen Distanzen zu werfen. Bis maximal 20 m reicht dicke.

Ich fing vom Boot einige schöne Queenfische, einen Yellow Trevally, Bonitos, kleinere Bluefin Trevallys und einige kleinere verschiedene Jacks. Allesamt mit Rutenklasse 8 und 8-9.
Einmal sahen wir einen stattlichen GT (Giant Trevally) direkt unter unserem Boot in ca. 6 m Tiefe, geschätzt ca. 20 – 25 kg schwer. Aber er wollte meine Fliege nicht nehmen. Vielleicht war dies auch besser für meine Rute, die 12 stand wie immer bei solchen Erlebnissen schön in unserer Ferienwohnung in der Ecke.
Desweiteren konnte ich einen tollen Milkfisch ausmachen, der aber nach dem Anwerfen das Weite suchte. Auch einen wunderschönen Bluefin Trevally (ca. 8 kg), bei dem ich erst gar nicht dazu kam, ihm die Fliege zu präsentieren, konnte ich an einem der zahllosen kleinen Korallenriffe ausmachen. Er zog viel zu schnell an mir vorbei. Aber auch hier waren es wieder tolle Begegnungen mit den Fischen, wenn auch nur mit den Augen.

Wir verfolgten auch einmal einen Makrelenschwarm, der wohl von größeren Räubern gejagt wurde.
Es gelang uns aber nicht den Schwarm einzuholen, um einen Versuch mit der Fliegenrute zu starten. Die Fische waren einfach zu schnell auf der Flucht. Flüchten oder gefressen werden hieß hier die Devise.
Ebenfalls konnte ich einen Angriff in einen Bonitoschwarm vom Ufer aus beobachten. Ich stand etwa bis zum Bauchnabel im Wasser an einer Felsformation und fischte mit kleinen Krebsmustern, als plötzlich in ca. 300 m Entfernung ein Schwarm Bonitos ungefähr in der Größe von einem 1/4 Fußballfeld kreisrund nach allen Seiten flüchtend aus dem Wasser sprang und dies gleich mehrmals hintereinander. Ich wollte gar nicht wissen welche Räuber hier zugange waren. Dennoch ein toller Anblick.

Resümierend kann ich nach bestem Gewissen versichern, dass es sich auf jeden Fall lohnt, die Fliegenrute oder aber auch die Spinnrute mit auf die Seychellen zu nehmen. Du fängst auf jeden Fall Fische der unterschiedlichsten Arten. Mit Sicherheit auch den einen oder anderen Traumfisch.

Auch ich war nicht zum letzten Mal auf den Seychellen. Erstens um einen erholsamen Urlaub zu verbringen, zweitens um mit einigen Fischen noch abzurechnen.

Besonders empfehlen kann ich euch die Insel Praslin (Mahe war mir zu hektisch und zu laut, dies ist aber Geschmacksache). Auf Praslin ist es um 21:00 Uhr „tot“. Himmlische Ruhe. Um absolut zu entspannen einfach perfekt. Die Ostseite ist die interessantere Seite der Insel. Viele kleine einsame Strände, mit dem Auto problemlos zu erreichen. Sehr gut zum Watfischen.
Tip: Ein Leihwagen kann direkt vor Ort gemietet werden (Kosten ca. 50 Euro pro Tag). Die Straßen auf den Inseln sind gewöhnungsbedürftig. Sehr schmal, keine Randbefestigung!, bis zu 30% Gefälle oder Steigung und es herrscht Linksverkehr. Wenn man aber mit Bedacht fährt, ist dies alles kein Problem. So viele Autos fahren auf Praslin nicht. Man kann sich aber auch gut mit dem Bus fortbewegen. Um Ausfahrten zum Fischen zu tätigen, setzt Ihr euch am besten vor Ort mit Andre in Verbindung. Er und sein Sohn Grek fischen ebenfalls mit der Fliegenrute. Beide kennen die Fischgründe rund um die Insel sehr gut und ihr seid bei ihnen in den besten Händen. Andre verlangt für das Fischen vom Boot aus 60,00 Euro die Stunde. Ich denke, dies ist ein fairer Preis. Für Boot und zwei Mann Guiding. Die Boote sind OK. 50ps das kleinere Boot und 115ps das Große. Meine Frau durfte übrigens umsonst mit an Bord um Fotos zu schießen. Ihr findet Andre auf seiner Webseite www.fishingpraslin.com Crosaire Boat Charter.
Er bietet nicht nur Bootsausflüge zum Fischen sondern auch zum Besuch der anderen Inseln an, zum Schnorcheln und zum Beobachten der riesigen Landschildkröten. Großer Vorteil: ihr könnt eure Inseltouren selbst zusammenstellen. Andre ist da sehr easy.

Bei den Hotels sind die Touren festgelegt und kosten etwas mehr. Etwas Vorsicht ist geboten bei den Inseltouren, die von den Jungs am Strand angeboten werden. Aber auch hier sind fast alle in Ordnung. Alle wollen verkaufen und leben, dennoch ist keiner von ihnen aufdringlich.

In Gedanken plane ich schon wieder. Neue Fliegenmuster und Schnüre, Ruten, Rollen etc.

Seychellen, I’ll be back!

Tight Lines
Josef